Die Grenzen, die Du errichtest,

werden solange für Dich real sein, bis Du lernst, über sie hinaus zu gehen.

Dann hören sie auf wirklich zu sein.

Später wirst Du auf die Realität zurückblicken, in der Du gelebt hattest,

und Du wirst dich wundern,

wie es dir einst möglich gewesen sein konnte,

ihre engen Grenzen zu ertragen.
~Paul Ferrini~

Die Initiative "Nachbarschaftshilfe Recklinghausen" zur Linderung der Kinder - und Familienarmut setzt sich abgegrenzt vom Verein "Nachbarschaftshilfe über Grenzen  e. V. " weiterhin virtuell fort und wird von einzelnen Bürgern weiterhin betrieben.

 

 

Die Geschichte der Initiative von vielen Bürgern, die 2016 in Teilen  in einem Verein endete...

 

Ist eigentlich die Geschichte einer Lebenserfahrung als Alleinerziehende und der Langeweile einer älteren Dame auf facebook ;)

 

Ja wie fing eigentlich alles an?

 

Eines Tages, am Ende des Jahres 2012 fand ich, Barbara,  mich auf Facebook wieder. Das hatte nur einen Grund:

 

Meine Kinder schwärmten mir immer wieder von den witzigen Anekdoten der Seite vor und ihre wiedergefundenen früheren und virtuellen späteren "vielleicht  Freunde" wurden in der Anzahl zusehends größer.

 

Als gestandene, verantwortungsvolle und besonders neugierige  Mutter geht man seinen Kindern nach. - Auch zu facebook ...;)

Das kleine  bisschen "Helicopter Mutter " in mir zollte seinen Tribut.

 

Aber was fand ich dort vor?

 

Nichts weltbewegendes. Nichts aufregendes.

 

Weil - alle meine wahren Freunde kamen zu mir nach Hause! Wir lachten und sprachen real miteinander!

 

- Aber dort auf facebook waren sie nicht. -

 

"Muß wohl an der Generation liegen", dachte ich mir.

 

Alles in allem - es war dort  sterbenslangweilig für mich. Die virtuellen Witze kannte ich ja schon von meinen Kindern..;)

 

Weil ich aber nun da schon mal im Internet war, surfte ich nebenbei durchs Netz.

 

Irgendwann stieß ich auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung über die regionale Kinderarmut in unserem Städtchen Recklinghausen.

 

http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_35425_35473_2.pdf

 

Die Studie war zu dem Zeitpunkt 6 Monate alt.

Niemand sprach davon, niemals hörte ich in den Medien zu dieser Zeit.

Ein bisschen stimmte mich das traurig..

 

Ich selbst war lange Jahre alleinerziehend und vom Vater meiner 4 Kinder war auch nach langen vorangegangenen Ehejahren keine Spur zu sehen.

 

Krankheiten, Tode, Geldsorgen, Kindersorgen, Elternsorgen, Traurigkeiten, Späße, Schwierigkeiten - alles durfte ich allein in Verantwortung für meine Kinder händeln.

Mußte es ...

 

Geprägt von jahrelangem Alleinerziehen  und schwer bekämpften Notzeiten im Alleingang ersann ich die Idee einer Selbsthilfegruppe.

 

Ich verfasste einen  Facebookprofiltext und dachte so im stillen:

" Vielleicht machen ja so 10 Leute mit und wir können was sinnvolles aus diesem Terrain machen.."

 

Pustekuchen.. Nach einem halben Jahr hatte ich mehr als 500 Freundschaftsanfragen, ein Zimmer meines Hauses wurde zum Kleiderlager umfunktioniert und von hier aus koordinierte ich auch die verschiedenen Arbeiten , die nur zusammen für einen erledigt werden konnten.

 

 

Ich bildete aus dem Facebookprofil eine Gruppe heraus - und...

 

Die Nachbarschaftshilfe Recklinghausen war geboren!

 

Wer sie dort finden möchte, klicke hier:

Nachbarschaftshilfe Recklinghausen

 

 

Unter den Freundschaftsanfragen fanden sich  viele soziale Organisationen, Politiker aller Genre und unzählige Firmeninhaber.

 

Einige machen aktiv mit, andere schreiben uns aus dem stillen Kämmerlein an und wirken im Hintergrund mit.

 

Uns - weil aus dem Alleingang mittlerweile 13 Personen den Ablauf zu koordinieren versuchen.

 

Weil Projektgruppen entstanden sind, um gemeinschaftlich mit den vorhandenen Fähigkeiten und Sachen anderen Menschen zu helfen.

 

Manchmal sieht man diese Projektleiter mit ganz viel Schokolade im Schlepptau, um die Nerven und die Hüften zu beruhigen.

 

* Nachtrag eines facebook admins: "Und Baldrian" * - .. Ja nu ne?? :)

 

Manchmal zu unruhigen Zeiten, bei denen das Essen wegfällt, weil allzuviele Menschen Rat und Hilfe brauchen oder einige sich nicht an die Regeln halten.

 

Aber alle mit Inbrunst - und das ist gut so.

 

Das "Un-heil" Facebook nahm also Ende 2012 seinen Lauf..

 

Wir suchten gemeinsam mit anderen Gruppen vermisste Kinder unserer Region, verlaufene Tiere, holten verbanden Anfragen aus der Bevölkerung auch nachts, wenn alles schlief, mit Fachstellen, die gerade online waren, verhalfen Verstorbenen durch Vermittlung zu ihrem letzten Heimatflug, holten kleine Welpen vom Zoll, begleiteten hilflose Bürger zur Arge oder dem Sozialamt, - jeden Tag gab es etwas neues.

Wenn schnelle Hilfe von Nöten war und es einige gab, die zu helfen vermochten, waren wir da... und es machte sogar Spass.

 

Aus dem nachfolgenden Text mitsamt einer ausgeklügelten Idee zur Organisation und Vernetzung unzähliger Gruppen und einer Hauptgruppe ist die Nachbarschaftshilfe  entstanden, der mittlerweile Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet angehören...

 

Und hier der ellenlange,  aus Zeitmangel niemals !!korrigierte  Text, mit dem alles anfing..

 

Aus nostalgischen Gründen wird er hier einfach so übernommen. Habt also Nachsicht:)

 

 

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Die Kinderarmut in unserem Städtchen schreit nach Hilfe

18. März 2012 um 12:14

 

 

 

Im Kreis Recklinghausen ist der Anteil mit 28,2 Prozent erschreckend hoch. Das ist fast jedes 3. Kind! Genauso geht es wahrscheinlich auch den Familien, die dahinterstehen.

 

Es ist leider so, dass viele Familien, Alleinerziehende oder Rentner, sich nicht alle dringend benötigten Dinge oder anfallenden Reparaturen, leisten oder sie selbständig erledigen können.

 

Deshalb haben wir uns zum Ziel gesteckt, dass sich Familien/Personen schnell und unbürokratisch gegenseitig Hilfestellung leisten können.

 

Die Idee, die dahinter steckt, ist fast wie ein Tauschring zu lesen, jedoch soll es auch möglich sein, schnell mal an eine Reparatur, ein Kleidungsstück oder einen noch funktionstüchtigen Tornister zu kommen, ohne dass man von Organisationen registriert wird, zur Stadt fahren muss, sich dafür vielleicht noch das Fahrgeld leihen muss, weil mal wieder am Monatsende das Geld knapp wird oder man sich aus Krankheitsgründen nicht in der Lage fühlt, etwas bestimmtes zu tun.

 

Auch Einkäufe oder Betreuungen könnten eine Möglichkeit sein, sich gegenseitig Hilfe zu leisten.

 

Alles immer wiederkehrende Probleme, von denen bestimmt schon jeder in dieser Umgebung, der die Augen und Ohren offen gehalten hat, schon gehört hat oder sich in so einer Situation befindet.

 

Vielleicht gibt es auch Familien, die ein warmes Essen auf bestimmte Zeit zusätzlich kochen können und bei denen dann das Mittagessen in kleinem Kreis und familiärer Atmosphäre eingenommen werden kann? Warme Socken stricken, einen Antrag ausfüllen oder auch mal den gewünschten Pullover.. Einen Reißverschluss einnähen oder Gardinen für die Fenster kürzen? Eine Lampe anbringen, beim Umzug helfen oder, oder, oder.

Alles manchmal unerschwingliche Dinge, wenn sonst keine Gelegenheit besteht, sie nachbarschaftlich oder verwandtschaftlich ausführen zu lassen.

 

Vor allem für Geringverdiener - Menschen, die sich Tag für Tag an eine Arbeit machen, um ihre Kinder durchzubringen, aber wegen des geringen Lohnes oder Schicksalsschläge nicht das nötige Kleingeld aufbringen können oder für Leute, die niemanden im Verwandtschafts- oder Freundeskreis haben, die gerade diese gewünschte Fähigkeit mitbringen, wäre so etwas wichtig.

 

 

Es gibt so vieles, was man füreinander tun kann, wenn man will.

 

Im Gegenzug hat vielleicht auch der Empfänger etwas zu bieten, was jemand anderes gebrauchen kann – Zum Ausgleich irgendeine Arbeit,ein Wissen, Können, oder brauchbare Sachen - und kann sich infolgedessen auch wiederum in die Liste der Spender aufnehmen lassen und sich damit auch wieder in der Gesellschaft bestätigt finden?

Wenn nicht - sollte es auch nicht so schlimm sein. .

 

Unsere Welt sollte nicht nur aus digitalen, sondern auch aus mitmenschlichen Kontakten bestehen.

 

Die Ursprungsidee, die dahintersteckt ist:

Nicht nur über die Studie klagen! Das hilft im Moment unseren kleinen und großen Mitmenschen nicht! Unser Einsatz ist gefragt!

Jeder von uns kann helfen – auch ohne Geld!

 

Jeder von uns hat Fähigkeiten, die er einsetzen könnte, die jemand anderem vielleicht großen Nutzen bringen könnten. . Auch wenn es ihm persönlich noch so unwichtig scheint.

 

Jeder gibt von sich Materialien oder Fähigkeiten in seinem leistungswilligem Umfang und einem Zeitrahmen, den nur er persönlich bestimmt.

 

Es wird nur Hilfe geleistet, wenn Art und Umfang der Hilfe auch von jemandem der Gruppe gegeben sein kann und Hilfe geleistet werden möchte.

Es soll kein Zwang zur Spende vorgegeben sein!

 

Im besonderen soll darauf hingewiesen werden, dass Tätigkeiten und Spenden, die gegeben werden können, wenn möglich zwischen den beiden Parteien intern geklärt werden.

 

Wir werden außerdem eine Liste führen, auf der sich Personen mit ihren Fähigkeiten oder/und Spenden eintragen dürfen, so dass man sich auch immer über uns austauschen kann.

 

Bei Bedürftigkeit ist natürlich auch ohne Tauschangebot eine von der Gruppe zu leistende Spende zu erfragen.

 

In Planung sind in Abständen Treffen bei Kaffee und Kuchen mit allen Teilnehmern der Austauschgruppe zum gegenseitigen Kennenlernen (kein „muss“, völlig unkonventionell ) zum Besprechen im Hinblick auf Verbesserungen oder Veränderungen.

Vielleicht entstehen ja auf diese Weise sogar neue, erquickende Freundschaften.

So wird der Kreis hoffentlich immer größer werden... Vielleicht funktioniert diese Idee ja und es wäre schön, wenn solche Hilfen eines Tages aufgrund von Veränderungen in der politischen und gesellschaftlichen Welt nicht mehr erbringbar werden müssten.

 

 

 

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Kontaktadressen mit angebotenen Spenden oder Tauschobjekten der Spender werden ausschließlich von 2 Personen im Abgleich und zur Sicherung gelistet. Die Kontaktadressen werden nicht an weiterführende Institutionen oder privat weitergegeben, um größtmögliche Diskretion zu bewahren.

 

Es wird ein „Lager“ zur Verfügung gestellt, in dem der Spender seine Sache lagern kann, aber nicht muss. Spendenmaterialien können auch gelistet werden.

 

 

Man kann jederzeit ohne Begründung aus der Gruppe austreten, da wir eine Gruppe auf freiwilliger Basis bleiben möchten.

Einfache telefonische oder Mailbenachrichtigung an uns reicht, damit wir die Liste aktualisieren können.

 

 

 

Ziel:

gegenseitige Hilfestellung, Unterstützung von Familien/ Personen)

 

 

 

Auch Menschen, die einfach nur so helfen möchten - die vielleicht Sachen abzugeben oder Zeit haben, sich um Dinge zu kümmern ohne dafür ein Entgegenkommen erwarten, sind herzlich dazu eingeladen, uns zu unterstützen.

 

  • Adressen zu Hilfen von größeren Organisationen werden mit bestem Wissen weitergegeben.
  • Da wir eine Gemeinschaft bilden möchten, in denen sich Freunde zum Kennenlernen, einmaligen Helfen und Tauschen von Unterstützung gegen andere benötigte Sachen oder Unterstützung auf verschiedenen Gebieten geben möchten, werden Links zu Anbietern gebrauchter Dinge oder preisgünstigen kommerziellen Anbietern nach bestem Wissen für die User allgemein in Dokumenten oder Linklisten zur Verfügung gestellt.
  • In unserer Gemeinschaft ist nicht vorgesehen, dass Geld gegen Sachen und umgekehrt getauscht wird.

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Nach ca. 6 Monaten hatte ich das "Fernsehen auf der Matte stehen" und sie verfassten einen schönen Bericht.